Wappen


Das Wappen von Ronco sopra Ascona stellt den Heiligen Martin als Soldaten dar, der mit seinem Schwert seinen Mantel teilt, um die Hälfte einem Armen zu geben. Die Wahl des Hl. Martin als Schutzpatron von Ronco und demzufolge als Ikone für das Wappen des Dorfes, scheint mit der religiösen Geschichte der Brissago-Inseln in Verbindung zu stehen. Auf der „Isola Maggiore“ stand nämlich ein Kirchlein, das im 13.Jahrhundert als Sancti Martini de Insula erwähnt ist. Im Jahr 1205 liessen sich dort ein paar Schwestern aus dem Orden der "Humiliaten", der "Gedemütigten" nieder und gründeten ein Kloster. Zu ihrem Schutzpatron wählten sie jedoch den Hl. Pankratius , sodass Ronco Martin zu seinem Schutzpatron wählte, ihm die Pfarrkirche weihte und ihn anlässlich des 150. Jahrestages des Eintritts des Kantons Tessin in die Schweizerische Eidgenossenschaft im Jahre 1803 als Ikone für ihr Wappen wählte. Die gegenwärtige Darstellung des Hl. Martin auf dem Banner und dem offiziellen Wappen der Gemeinde wurde von einem Gemälde des bekannten Künstlers Richard Seewald inspiriert, der in Ronco lebte und wirkte. 

Sankt Martin – Die Biographie

Martin wurde als Sohn eines römischen Offiziers in Pannonien, dem heutigen Ungarn, im Jahre 316 geboren und zeigte schon als Kind grosses Interesse für das Christentum. Im Alter von 15 Jahren zwang ihn der Vater, in das römische Heer einzutreten. Mit 18 Jahren erhielt er vom Kaiser die Erlaubnis aus dem Militärdienst
auszuscheiden und begab sich nach Poitiers an den Hof des Bischofs Hilarius, wo er seine religiöse Ausbildung abschloss, getauft und zum Priester geweiht wurde. Seine Demut und Barmherzigkeit gaben Anlass zu verschiedenen Legenden, darunter auch diejenige, die von der berühmten Begebenheit erzählt, in der er seinen Mantel teilt, die sich nach Überlieferung noch vor seiner Taufe zugetragen hat. Bis zum Jahre 371, in dem er zum Bischof von Tours ernannt wurde, lebte er als Eremit und auch danach führte er weiterhin ein genügsames Leben. Zu den Bauwerken, die unter ihm vollendet wurden, zählen die Abtei in Ligugé, die Abtei in Marmontier und das Kloster in Tours. Martin starb in Candes am 11. November 397 und wurde in der Kathedrale von Tours bestattet. Er war derart berühmt, dass sein Ruf weit über die Grenzen Frankreichs, das ihn zum Schutzpatron der Nation wählte, hinausging.

Sankt Martin – Die Legende

Es ist der 11. November und ein kalter, regnerischer Tag. Martin reitet in seinen Soldatenmantel gehüllt auf seinem Pferd dahin. Plötzlich stösst er auf seinem Weg auf einen halb erfrorenen armen Alten, der nur mit ein paar Fetzen bekleidet ist. Martin möchte ihm gerne helfen und ihm ein paar Geldmünzen schenken, aber er hat keine dabei. So beschliesst er, seinen Mantel mit dem Schwert zu teilen und die Hälfte dem Alten zu geben. Kurz danach, während er glücklich über seinen Akt der Nächstenliebe weiter galoppiert, hört der Regen auf, der Wind legt sich, die Luft wird mild und zwischen den Wolken bricht die Sonne hervor. Daher auch der sogenannte „St. Martinssommer“. In der Nacht darauf träumt Martin von Jesus, der ihm, mit dem Mantel in der Hand, für seine Geste der Barmherzigkeit dankt. 

St. Martin – Der Lampionumzug in Ronco

 
Noch heute wird am 11. November in Ronco und auch in anderen europäischen Städten, wie z. B. in Venedig, der Hl. Martin als Schutzpatron des Ortes gefeiert. Es ist Brauch, dass bei Einbrechen der Dunkelheit, die Kinder des Dorfes einen Umzug mit Laternen veranstalten, die sie selbst aus buntem Papier angefertigt haben. Von Eltern und Verwandten begleitet, ziehen die Kleinen durch die Gassen des historischen Ortskerns.